Methodik

Methoden im Sportunterricht zu unterscheiden scheint zunächst einmal als Unterfangen, das durchaus mit dem Versuch Sisyphos den Felsblock einen steilen Hang hinauf zu rollen zu vergleichen ist. Zu viele Begriffe korrelieren hier mit zu vielen Erscheinungsweisen von Unterricht. Trotzdem scheint es uns wichtig, diesen Aspekt in ein Ordnungsschema von Fallgeschichten zu integrieren. In Anlehnung an Hilbert Meyer (2010) unterscheiden wir zwischen Mikro-, Meso- und Makromethodik. Diese grobe Unterscheidung lässt dann die von uns ausgewählten Methoden in einem Modell darstellen und zuordnen (vgl. Abbildung 1).
























Die Kategorien, die im Fallarchiv zur Verfügung stehen sind demnach:

•   Grundformen des Unterrichtens (Methoden im engeren Sinn)


•   Erweiterte Formen des Unterrichtens


•   Sozial- und Organisationsformen


•   Verlaufsformen


•   Partizipationsformen


•   Vermittlungstechniken



Grundformen des Unterrichtens

In Anlehnung an Grunder (2010) sprechen wir von „Grundformen des Unterrichtens“ und meinen damit explizit methodische Unterrichtsformen auf der mikro- und mesodidaktischen Ebene, wie z.B. Vorzeigen – Nachmachen, Unterrichtsgespräch, Handelndes Lernen oder entdeckendes Lernen. Diese Formen können miteinander kombiniert werden oder erstrecken sich zeitlich eventuell nur über wenige Minuten.


Erweiterte Formen des Unterrichtens

Von den Grundformen unterscheiden wir die erweiterten Formen, deren Aufzählung sich kaum lohnt, weil sich hier Begrifflichkeit und Realität als kontingent erweisen. Als prototypische Methode kann hier der Projektunterricht nach Kilpatrick und Dewey bezeichnet werden. Gemeint sind in dieser Kategorie demnach Methoden die sich eher auf der Makroebene befinden und zeitlich meist mehr als eine einzelne Lektion beanspruchen.


Sozial- und Organisationsformen

Diese methodische Unterscheidung scheint insbesondere für den Sportunterricht von Bedeutung. Unterricht in der Sporthalle oder im Freien bedarf grundsätzlich anderer Organisationsformen als Unterricht im Klassenzimmer. Sozialformen sind methodisch betrachtet meist mit den Organisationsformen verbunden und gleichzeitig oft ein konstitutives Moment von Sport. Hier differenzieren wir verschiedene Formen wie z.B. Gruppenarbeit, Partnerarbeit, aber auch sehr sporttypische Formen, wie Riegenbetrieb, Stafetten oder Stationentraining (vgl. http://www.sportdidaktik.ch/index.php/grundlagen-des-sportunterrichts).


Verlaufsformen

Im Lehr- und Lernprozess von Sport werden Methoden unterschieden, die sich spezifisch mit dem motorischen und taktischen Kompetenzerwerb beschäftigen. Grundsätzlich zählen dazu im Bereich des Erwerbs von motorischen Kompetenzen das EAG Modell (Erwerben, Anwenden, Gestalten) oder das TGA-Modell (Tactical Game Approach). Ebenfalls dazu zählt die methodische Übungsreihe (MÜR) (vgl. http://www.sportdidaktik.ch/index.php/grundlagen-des-sportunterrichts).


Partizipationsformen

Hier unterscheiden wir idealtypisch drei Formen der Schüler/innen-Partizipation. Fremd-, mit- und selbstbestimmter Unterricht (vgl. http://www.sportdidaktik.ch/index.php/grundlagen-des-sportunterrichts). Die Übergänge und Verknüpfungen dieser idealtypischen Partizipationsformen sind dabei fliessend. Umgangssprachlich wird in diesem Kontext gerne von „offenem“ oder „geschlossenem“ Unterricht gesprochen. Diese Differenzierung greift u.E. aber zu kurz, weil hier auch zwischen Inhalt, Ziel, Auswertung und Methode unterschieden werden muss.

Vermittlungstechniken

Diese methodische Differenzierung greift auf der mikromethodischen Ebene. Viele Unterrichtsentscheidungen fallen im aktuellen Hier und Jetzt. Genau solche Momente sind mit dieser Kategorie angesprochen, wie z.B. Schiedsrichterentscheidungen, Hilfestellungen etc.


Literatur

Meyer, H. (2010 ) Was ist guter Unterricht. 7. Auflage. Berlin: Cornelsen Verlag.


Hans-Ulrich Grunder ... [et al.]. (2010) Unterricht: verstehen - planen - gestalten - auswerten /  -  2., überarb. Aufl. - Baltmannsweiler : Schneider-Verlag Hohengehren, 2010.


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